Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!!!

Diesen Schlachtruf kennt man eigentlich von Fußballfans, die sich auf das DFB-Pokal Finale in Berlin freuen. Nun waren es aber vier Mitglieder des Lauftreffs, die sich auf den Marathon in Berlin freuten. Der Berlin Marathon ist mit über 40.000 Läufern einer der größten Marathons der Welt und gehört zu den „World Marathon Majors“ wie New York, London oder Tokio. Dementsprechend war es schwer an einen Startplatz zu kommen. Nachdem Patrick das Glück hatte, bei der ersten Auslosung einen Platz zu ergattern, mussten Manuel und Ich auf die zweite Runde hoffen. Da wir dort ebenfalls leer ausgingen, meldeten wir uns über einen Reiseveranstalter aus der Oberpfalz an.

Am Freitag den 26.09. machten wir uns gegen Mittag auf den Weg nach Sulzbach-Rosenberg, wo uns ein in die Jahre gekommene Reisebus auf dem Weg nach Berlin einsammelte. Neben uns Läufern waren auch unsere beiden super Fans Sonja und Sonja dabei. Die Fahrt nach Berlin verlief ohne größere Vorkommnisse. Nach der Ankunft wurden die Zimmerschlüssel verteilt und jeder konnte sein Zimmer beziehen. Naja fast alle. Einer hatte ein „Spezial Zimmer“ erwischt, das sich nicht so einfach öffnen ließ. Nach Rücksprache mit der Rezeption war das Problem aber schnell gefunden. Ein als Lichtschalter getarnter, elektrischer Türöffner musste betätigt werden (Wo gibt’s denn sowas?). Wir trafen uns anschließend im hauseigenen Restaurant und amüsierten uns bei Pizza und Weißbier über das „Spezial Zimmer“.

Am nächsten Morgen ging es dann zum Frühstückslauf der am Schloss Charlottenburg startete und im Olympiastadion nach 6km endete. Wir entschieden uns, nicht mit zu laufen, wollten aber trotzdem die Atmosphäre der imposanten Arena genießen und warteten daher auf die Ankunft der Läufer im Stadion. Anschließend ging es dann zur „Berlin Vital“ Messe, auf der wir unsere Startunterlagen abholen konnten. Spätestens jetzt hatte es uns alle gepackt. Die Vorfreude und das Fieber auf den großen Tag! Nachdem wir ein bisschen Sightseeing gemacht hatten, schauten wir uns den Zieleinlauf der Inlineskater an. Dabei wurde der aktuelle Weltrekord gebrochen. Nach 58:10 min kam der Belgier Bart Swings ins Ziel. Wahnsinn! Abends wurde noch der Kohlenhydrate Speicher beim Italiener aufgefüllt. Dann ging es auch schon ins Bett, um am Sonntag halbwegs ausgeruht an den Start zu gehen.

Um 5.45 Uhr war die Nacht vorbei und wir machten uns auf zum Frühstück. Nachdem wir ausgiebig gespeist hatten, ging es dann mit dem Bus, S-Bahn und zu Fuß Richtung Startbereich, der sich auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude befand. Wir gaben noch unsere Kleiderbeutel ab und begaben uns dann in unseren Startblock. Die Anspannung war nun unendlich hoch, aber die Stimmung war einfach grandios. Das Wetter war perfekt für einen Marathon. Sonnig, aber nicht zu warm und es war nahezu windstill. Die Menge zählte den Countdown mit. Um 8:45 Uhr startete die Elite, wir waren dann gegen 9 Uhr an der Reihe. Die ersten Meter verliefen auf der Straße des 17. Juni Richtung Siegessäule. Es ging dann weiter an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei bis hin zum Ziel direkt hinter dem Brandenburger Tor. Die Stimmung war an komplette Strecke überragend. Unzählige Bands und Fans feuerten uns unermüdlich an. Sportlich gesehen verlief das Rennen für uns alle sehr gut. Mit den gelaufenen Zeiten waren wir ebenfalls zufrieden. Im Zielbereich wurden uns dann Medaillen um den Hals gelegt. Ein absolut tolles Gefühl, wenn man es geschafft hat. Anschließend wurden uns Verpflegungspakete gereicht. Wir genossen noch einige Zeit das schöne Wetter, bevor wir uns auf den Weg zum Hotel machten. Dort erwartete uns dann ein Belohungsbier. Nachdem alle geduscht und die Klamotten im Bus verstaut waren, ging es auf die Heimreise. Gegen 0:30 Uhr waren wir wieder alle wohl behalten, aber hundemüde in Röttenbach.

Am Montagmorgen trafen wir uns dann zum Kerwasfrüshoppen und reflektierten das wunderbare Wochenende. Wir kamen zu dem Schluss, dass man den Berlin Marathon ohne Einschränkung weiterempfehlen kann.

Sportliche Grüße
Sebastian Becker